Am Samstag war es dann so weit...Meine Zeit in den USA war abgelaufen und ich musste ins Flugzeug nach San Francisco steigen um mich dort mit Mama und Uwe zu treffen.
Wie natürlich zu erwarten liefen beim Abschied wieder sehr viele Tränen und ein paar Freunde sind vorher noch bei meinem Haus vorbeigekommen um sich zu verabschieden.
Die 10 Monate waren viel zu schnell vorbei und eigentlich kann ich es immer noch nicht richtig glauben, dass wir jetzt schon am Flughafen sitzen und in gut drei Stunden in den Flieger nach Hause steigen... Möchte ich nach Hause... Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Eine gute Freundin hat vor meiner Reise zu mir gesagt:
"Du weißt, dass du in zehn Monaten wieder zuhause bist, aber du weißt nicht, wann du wieder in die USA zurückkommen kannst, also genieße jeden Moment den du dort hast."
Am Anfang habe ich diese Wort nicht so wirklich zu schätzen gewusst und erst als es dem Ende zuging, wurde mir bewusst wie Recht sie damit hatte. Ich wusste von Anfang an, dass ich bereits einen Rückflug gebucht hatte und meine Familie und Freunde schon "sehr bald" wieder sehen würde, aber ich weiß nicht, wann ich bzw. Mama das Geld und die Zeit habe wieder zurückzukommen und ob die Freundschaften alle so gehalten haben und immer noch Verbindungen bestehen.
Hier habe ich mich an alles gewöhnt und es ist mein neues zuhause geworden, auch wenn nicht alles zufriedenstellend war und Wehnsen auf einmal in einer top Lage lag im Vergleich zu Suquamish. Die Scheu abgeworfen fremde Leute anzusprechen, die später meine Freunde geworden sind, in einer mir nicht so gut bekannten Sprache zu sprechen, Produkte zu kaufen, die gut dreimal so groß waren wie in Deutschland und und und.
Das alles soll nicht heißen, dass ich nicht wieder nach Hause zurück möchte oder mich nicht auf Freunde und Familie freue! Mein Herz wohnt jetzt an zwei Orten und ein Teil wird immer für Amerika schlagen.
Jetzt aber zum Bericht der letzten Tage!
Nach dem Abschied in Seattle und einer Menge Taschentüchern bin ich nach gut zwei Stunden in San Francisco gelandet und wurde von Mama und Uwe in Empfang genommen. Danach wurde mein Gepäck ins Hotel gebracht und nach einem Restaurant Ausschau gehalten, bei dem wir Abendbrot essen können. In einer Passage war dann BJ's, welches wir so gut fanden, dass wir dort jeden Tag gegessen hatten. Den Honey-Crisp Chicken Salat without Chicken kann ich nur empfehlen, aber eigentlich ist dort alles der Knaller. Wenn ihr dazu mal die Chance bekommt dort zu essen, lasst sie euch nicht entgehen und bestellt den Pizookie als Dessert. Das ist ein Cookie in einer kleinen Pizzaform gebacken, der dann mit Eis obendrauf serviert wird. Sehr lecker so warm und dann die kalte Eiscreme.
Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zur Golden Gate Bridge und zu Fuß dann auf die Brücke. Das ganze Wochenende war es sehr windig und man konnte kaum Bilder machen, auf denen das Haar nicht im Gesicht war.
Nach Bildern und einer atemberaubenden Aussicht ging es mit Bus und Bahn zur Kreuzung von Haight und Ashbury. Ich hatte im Englischunterricht ein kurzes Referat über diese Kreuzung gehalten und wollte sie dann gerne einmal live sehen. Leider sah es auf den Bildern viel aufregender und spannender aus, als dann in echt. Von der damaligen Hippie- Bewegung war nicht mehr viel übrig geblieben und das einzig Hippie mäßige waren die Schilder, die Marihuana verkauften und die eigenwilligen Klamotten, die man in einigen Läden erwerben konnte. Es wurde also schnell ein Bild von der Kreuzung gemacht und weiter ging es zum berühmten Schokoladenladen Ghiradelli, den mir Janet und Rachel empfohlen hatten. Alles war sehr überteuert und brechend voll, aber der Strawberry Chocolate Hot Fudge Sundae war sehr lecker. Es tat in der Seele weh, wenn man zugucken musste, wie sie bei der Zubereitung mehrere komplett fertige Becher weggeworfen hatten, nur weil sie aus versehen Nüsse auf die Schlagsahne gemacht hatten, anstatt einfach die Sahne zu entfernen und diese dann noch einmal auf das Eis zu spritzen...
Nach der riesigen Portion, die auch geteilt werden musste, ging es dann weiter zum Wasser und in die Schlage von der Cable Car. Die berühmte Attraktion lockt jeden Tag viele Besucher an und vor allem an einem Sonntag war natürlich die Hölle los. Nach einer Stunde im eisigen Wind stehen hatten wir es dann geschafft und los ging die wilde Fahrt auf und ab die Berge von San Francisco. Wenn dort jemandem einmal die Bremsen versagen, hat man auch ein riesiges Problem... Am Ende des Tages ging es dann wie immer zu BJ's und dann ab ins Bett.
Montag ging es dann mit dem Auto in die Stadt ans Wasser und dann zu Fuß weiter zum Coit Tower, Poblic Viewing und zum Pier 39. Am Pier lagen viele Seelöwen auf einem Steg und haben ein ganz schönes Theater gemacht und ihren dicken Bauch zur Show gestellt. Am Pier waren ganz viele kleine Geschäfte in der Market street und Unmengen an Besuchern waren dort unterwegs.
Danach ging die Tour weiter und nach einem kleinen stop bei Espresso, der in einem kleinen Schläfchen für mich endete und Uwe führte uns mit Bus und Bahn zu den wichtigsten Plätzen in San Francisco.
Heute ging es dann noch einmal mit dem Auto über die Golden Gate Bridge und nach Sausalitos, ein kleines Städtchen auf der anderen Seite vom Wasser von SF. Dann ging es noch Lombard Street herunter, welche eine sehr schöne Straße im Herzen von SF ist, die in kleinen Schlangen den Berg herunter führt. Viele Touristen haben dort gewartet, um sich mit ihrem Auto zwischen den Buchsbäumen hindurchzuschlängeln.
Natürlich mussten wir noch ein letztes mal bei BJ's essen und zack ging es mit unseren insgesamt 120 kg Gepäck zum Flughafen und hier sitze ich nun mit meinem Leben in mehr als zwei Koffer verteilt und bereit wieder in die "Wirklichkeit" zurückzufliegen. Ein Auge, das weint und eins das lacht.
Bilder kommen, wenn ich wieder zuhause bin.